Gesamtverband
Verkehrsgewerbe
Niedersachsen

Taxi vor dem Aus? – Politik muss jetzt Verantwortung übernehmen

Hannover (11.03.2026). Das Taxi- und Mietwagengewerbe in Niedersachsen steht kurz vor dem Zusammenbruch. Die extrem gestiegenen Kraftstoffpreise – teils bis zu 60 Cent pro Liter mehr – treffen ein tarifgebundenes Gewerbe, das seine Preise nicht selbst anpassen darf. Schon jetzt bleiben erste Fahrzeuge stehen, weil der tägliche Betrieb nicht mehr finanzierbar ist.

Besonders dramatisch wird die Lage bei den Krankenfahrten: Dialyse‑, Chemo‑ und Strahlentherapien, regelmäßige Arztbesuche und Fahrten für chronisch kranke oder mobilitätseingeschränkte Menschen sind akut gefährdet. Ohne sofortiges politisches Eingreifen erreichen viele Patientinnen und Patienten ihre lebenswichtigen Behandlungen künftig nicht mehr zuverlässig.

Zusätzlich belastet die Betriebe, dass der gesetzliche Mindestlohn von 12,82 € in vielen Regionen noch nicht berücksichtigt wurde – obwohl seit Jahresbeginn bereits 13,90 € gilt. Die Unternehmen zahlen höhere Löhne, dürfen aber nicht die entsprechenden Einnahmen erzielen. Ein tarifgebundenes Gewerbe kann diese Diskrepanz nicht tragen.

Das Taxi- und Mietwagengewerbe übernimmt täglich unverzichtbare Aufgaben: Krankenbeförderungen, Schülerfahrten, Mobilität für Menschen mit Behinderung, Nacht‑ und Wochenendverkehr sowie die Ergänzung des ÖPNV, insbesondere im ländlichen Raum. Fällt dieses System aus, entstehen sofort massive Versorgungslücken – mit spürbaren Folgen für die gesamte Bevölkerung.

Wir fordern daher sofortige Entlastungen: Die Aussetzung der CO₂‑Bepreisung, schnelle und unbürokratische Kraftstoffkostenzuschüsse sowie steuerliche Entlastungen.

Ohne entschlossenes politisches Handeln wird ein zentraler Teil der medizinischen und sozialen Versorgung in Niedersachsen zusammenbrechen. Jetzt ist die Zeit zu handeln – bevor es zu spät ist.

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