Gesamtverband
Verkehrsgewerbe
Niedersachsen

GVN-Jahreshauptversammlung 2025 in Goslar

Hannover (25. November 2025). Am 21. und 22. November 2025 fand die Jahreshauptversammlung des Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) e. V., diesmal in Goslar im schönen Harz statt. Rund 300 Unternehmer aus den Bereichen Güterkraftverkehr, Entsorgung, Spedition, Logistik, Möbelspedition, Omnibus und Touristik sowie Taxi, Mietwagen und Krankentransporte waren dabei. Die Gastreden zum 80-jährigen Verbandsbestehen hielten der Präsident der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Timo Quander und die Bürgermeisterin der Stadt Goslar, Renate Lucksch (SPD).

Veränderungen gab es in der Führung der beiden GVN-Fachvereinigungen Güterkraftverkehr und Entsorgung sowie Spedition und Logistik. Für den Güterkraftverkehr wählten die Mitglieder Stefan Weigand (Weigand Transporte, Sittensen) zum neuen Vorsitzenden, sein Stellvertreter ist Klaus Akkermann (Akkermann Transporte, Moormerland). Sie treten die Nachfolge von Ute Frick und Georg Menell an, die nach vielen Jahren engagierter ehrenamtlicher Arbeit altersbedingt nicht mehr kandidierten. Auch die Fachvereinigung Spedition und Logistik hat einen neuen Vorsitzenden. Heiner Koch (Koch International, Osnabrück) folgt auf Mathias Krage, der sein Amt ebenfalls altersbedingt abgab. Neuer stellvertretender Vorsitzender ist Dennis Schmidt (Hiller Spedition, Lüneburg). Krage gratulierte den neuen Vorständen und wünschte ihnen viel Erfolg und eine glückliche Hand für die kommenden Aufgaben. Er ist überzeugt, dass die Amtsnachfolger mit frischem Elan und Kompetenz wertvolle Impulse in der Verbandsarbeit setzen werden.

Rainer Levelink, Vorsitzender der GVN-Fachvereinigung Omnibus und Touristik, übernahm anschließend Krages Verabschiedung aus dem Amt als Verbandspräsident: „Wenn man auf Dein ehrenamtliches Engagement blickt, wird schnell klar: Du hast unsere Branche über viele Jahrzehnte hinweg mit Leidenschaft, Weitblick und großem persönlichem Einsatz geprägt. Du hast den GVN und seinen Zusammenhalt kontinuierlich nach außen getragen und Dich mit Nachdruck für seine Anerkennung eingesetzt – gesellschaftlich und politisch. Die Zukunft des Mittelstandes war Dir stets ein persönliches Anliegen. Du weißt sehr gut: Gewerbepolitik ist ein Langstreckenlauf. Du hast eindrucksvoll gezeigt, dass Ausdauer, Überzeugungskraft und ein klares Ziel zum Erfolg führen.“

Krages Amtsnachfolger wird Mitte Dezember 2025 bei der konstituierenden Sitzung des neuen sechsköpfigen GVN-Vorstands gewählt.

Besonders geehrt wurden auch Edith Bischof (Bischof Reisen, Wesendorf), Ute Frick (Meyn & Frick Handels- und Transport GmbH, Tespe) und Georg Menell (Georg Menell Transportunternehmen, Sachsenhagen) für ihre jahrzehntelange ehrenamtliche Tätigkeit in zahlreichen Funktionen im Gesamtverband und dessen Bildungswerk.

Deutliche Worte richtete der scheidende Präsident Mathias Krage Richtung Politik: „Es bedarf umfassender Reformen bei der Steuerbelastung, bei den sozialen Sicherungssystemen, beim Bürokratieabbau und für konkurrenzfähige Energiekosten. Die Koalitionspartner müssen endlich liefern. Wir brauchen eine wirtschaftliche Wende und keine Ausschüsse, die uns lähmen. Ich bin mir sicher, nur durch wirtschaftliches Wachstum können Arbeitsplätze und der wichtige soziale Zusammenhalt gesichert werden. Wer jetzt nicht entschlossen handelt, der bereitet dem Extremismus und Populismus den Weg.“

„Der Standort Deutschland muss wieder attraktiver werden und es muss sich wieder lohnen – besonders für unsere Jungunternehmer – ein Unternehmen zu führen. Wir brauchen weniger Debatten über das Stadtbild, sondern mehr Mut zur Staatsmodernisierung. Wir müssen wieder wettbewerbsfähig werden. Die Firmen verlassen unser Land, weil die Rahmenbedingungen nicht mehr stimmen. Das setzt mehr Vertrauen der Politik in die Unternehmer voraus. Wir sind jedenfalls bereit für weniger Staat und mehr unternehmerische Freiheiten“, so Krage weiter. Er versprach den Unternehmern, dass der GVN alles daransetzen wird, ihre Interessen mit starker Stimme weiterhin gegenüber der Politik und in der Öffentlichkeit zu vertreten, damit das Verkehrsgewerbe eine Zukunft hat.

Hauptgeschäftsführer Benjamin Sokolovic ging in seinem Geschäftsbericht auf die brennenden Themen des Verkehrsgewerbes ein: Von steigenden Insolvenzzahlen, fehlendem Infrastrukturausbau als extremes Standortrisiko für die Unternehmen, der Durchsetzung von Unterstützungsprogrammen bei der Antriebswende, Hilfen bei Lkw- bzw. Reifenkartell und Mautrückerstattung, einer Attraktivitätsoffensive gegen Personalmangel, Bürokratieabbau, der Aufhebung von Fahrverboten an bundesuneinheitlichen Feiertagen, der Finanzierung und Einnahmenaufteilung beim Deutschlandticket, der Ungleichbehandlung von kommunalen und privaten Omnibusunternehmen, den Reformen der Bus- und Kraftfahrerausbildung bis hin zur Forderung nach einem einheitlichen niedersächsischen Taxitarif war alles dabei.

Ein vielseitiges Workshop-Programm mit hochrangigen Referenten bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Samstag wertvolle Impulse aus Praxis, Recht und Wirtschaft. Wilhelm Mestwerdt, Präsident des Landesarbeitsgerichts Niedersachsen und des Niedersächsischen Staatsgerichtshofs, gab einen fundierten Überblick über Strategien zur Abwehr unberechtigter Vergütungsansprüche. Konkrete Ansätze zur Gewinnung von Berufskraftfahrern sowie Rahmenbedingungen für Fahrpersonal aus Drittstaaten stellten Carsten Gierga (Front Seat) sowie Michael Kaiser und Christian Richter (GVN) vor – souverän moderiert von Gerhard Grünig, Chefredakteur der Verkehrsrundschau. Praxisorientierte KI-Strategien für Transport-, Logistik- sowie Taxi- und Mietwagenunternehmen präsentierte Jan Koch von KoBra Dataworks. Darüber hinaus beantwortete Ann-Kristin Dähmlow, ESG-Expertin und Transformationsberaterin der Commerzbank, zentrale Fragen zum Thema Nachhaltigkeit als Finanzierungsfaktor.

Pressemitteilung als PDF downloaden

Pressefotos erhalten Sie auf Anfrage unter presse@gvn.de

Direkt zum Thema

 
BVN Bildungswerk Verkehrsgewerbe Niedersachsen e.V.