16.12.2017
   

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Wir freuen uns, dass Sie die Website des Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) e. V. besuchen. Diese dient als Serviceleistung und zur Information der Mitgliedsbetriebe rund um interessante Themen des Verkehrsgewerbes. Teilbereiche sind nur den angeschlossenen Unternehmen zugänglich. Um diese einsehen zu können, ist ein Login mit Stammnummer und Kennwort erforderlich.   Als eingeloggtes GVN-Mitglied haben Sie Zugang zu gesperrten Inhalten auf den Seiten Ihrer Fachvereinigung(en), der Bezirksgruppen und der GVN-Rechtsabteilung. Für Ihre Erst-Registrierung lesen Sie bitte zunächst unsere Benutzerbedingungen. Bitte klicken Sie anschließend auf Login, um sich anzumelden.

 

 
 
Aktuelles aus dem Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen


 

 

GVN-Jahreshauptversammlung in Wilhelmshaven

 

Foto: © fotolia

 

Der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) e. V. führte am 24. und 25. November seine diesjährige Jahreshauptversammlung und seinen Unternehmertag durch. In Wilhelmshaven waren über 250 Unternehmer aus dem privaten niedersächsischen Verkehrsgewerbe vertreten.


Neben satzungsgemäßer Verbandsarbeit im Rahmen der Jahreshauptversammlung informierte der GVN am Unternehmertag in spannenden Workshops über die Bundesfernstraßenmaut 2018, Trauma-Akut-Hilfe bei Unfällen und Überfällen, Arbeitsrecht und zum heißen Thema „Wie wir durch Statistiken manipuliert werden“, vorgetragen von Prof. Dr. Gerd Bosbach, bekannt auch aus dem Kabarett-Talk „Pelzig hält sich“.


Jahreshauptversammlung
GVN-Präsident Mathias Krage eröffnete die Jahreshauptversammlung und freute sich über eine zahlreiche Beteiligung. Ein Grußwort an die Besucher sprach der Oberbürgermeister der Stadt Wilhelmshaven, Andreas Wagner (CDU). Ihm folgten der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU), MdB und der Generalsekretär der CDU Niedersachsen, Kai Seefried, MdL. Beide referierten über aktuelle Entwicklungen im Verkehrsgewerbe.

 

Ferlemann zollte dem Präsidium des GVN hohe Anerkennung. Immerhin würden gleich fünf Bundesverbandspräsidenten aus Niedersachsen stammen, dem Logistikland in Deutschland. Er wies auf die verkehrspolitischen Probleme hin und nannte als Beispiel die Dieseldiskussion und die Debatten um Fahrverbote. Ferlemann forderte, dass die Politik auf die marktwirtschaftlichen Signale hören müsse. Ideologien und parteipolitische Interessen seien nicht gefragt. Bei den Verkehrsinvestitionen sieht Ferlemann Niedersachsen als großen Gewinner: Bis 2030 würden Investitionen von 271 Milliarden Euro geplant sein. Von vormals 8,1 Prozent würden nunmehr 12 Prozent der Mittel aus dem Bundesverkehrswegeplan nach Niedersachsen fließen. Dies unterstreiche einmal mehr die große Stellung der Logistikwirtschaft im Land.

Ferlemann forderte zudem einen korrekten Wettbewerb. Deutsche Unternehmer würden sich allen Bedingungen stellen, aber diese müssten auch fair sein. Er befürwortete deutlich verstärkte Kontrollen und einen massiven Abbau des Sozialdumpings.

 

Die Bedingungen für das Verkehrsgewerbe seien attraktiver zu gestalten. Dazu zähle auch der Parkplatzaus- und -umbau, um den Fahrern verbesserte Arbeitsbedingungen zu schaffen.


Auch für den Personenverkehr verlangte er einen geordneten Wettbewerb. Eine wichtige Aufgabe sei es, die Versorgungssicherheit im ländlichen Raum aufrecht zu erhalten. Dabei sei der Eigenwirtschaftlichkeit von Busbetrieben Vorrang einzuräumen. Ferlemann forderte weniger Kommunalisierung und sieht den Mittelstand vorn.


Zum Ausbau der Infrastruktur gab auch der Generalsekretär der CDU Niedersachsen, Kai Seefried, ein Statement. Für ihn sei es wichtiges Ziel, dass die Verbesserung bei der Unterhaltung der Landesstraßen vorangetrieben werde, damit Niedersachsen den Anschluss nicht verliert. Zum Thema Fahrermangel ergänzte er, dass die Fachkräftesicherung in den Unternehmen durch das duale Ausbildungssystem gestärkt werden müsse.


Veränderte Marktbedingungen
GVN-Präsident Krage betonte: „Der Verband steht vor vielen neuen Herausforderungen. Neue Regierungsbündnisse auf Bundes- und Landesebene werden unsere Marktbedingungen verändern. Ich verspreche Ihnen, dass der GVN als Netzwerk kleiner, mittelständischer und inhabergeführter Familienbetriebe weiterhin alles daransetzen wird, Ihre Interessen gegenüber der Politik, bei Behörden und in der Öffentlichkeit wirksam zu vertreten.“

 

GVN-Hauptgeschäftsführer Benjamin Sokolovic stellte in seinem Rechenschaftsbericht aktuelle Probleme der niedersächsischen Unternehmer des Verkehrsgewerbes vor.


Im Bereich Güterverkehr und Spedition ist ein zentrales Thema die Verkehrssicherheit. Es geht dem GVN um wichtige Themen wie die Verhinderung von Abbiegeunfällen oder die Abschaltbarkeit von Notbremsassistenten. Der GVN fordert, diese Gesetzeslücken schnellstmöglich zu schließen.


Weitere Themen wie ADSp, de-Minimis, aber auch der Fahrermangel standen ebenfalls auf der Agenda. Die demografische Entwicklung und die damit einhergehende Versorgung der Mitgliedsbetriebe mit gut ausgebildeten und qualifizierten Mitarbeitern werde auch in absehbarer Zeit eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre werden. Jährlich scheiden ca. 50.000 Fahrer aus dem Erwerbsleben aus, während nur ca. 15.000 Arbeitnehmer nachkommen. Den Möbelspediteuren machen zusätzlich Internetplattformen zu schaffen, deren Geschäftspraktiken kritisch hinterfragt werden müssen.


Stichwort Infrastruktur: Durch Verschleiß hervorgerufene Sperrungen und durch den „Investitionshochlauf“ verursachte Baumaßnahmen stellen die privaten Verkehrsunternehmer vor große Herausforderungen bei der täglichen Disposition. Ereignisse um die Sperrung der Rheintalbahn oder Witterungseinflüsse haben deutlich gemacht, wie fragil das System ist. Die GVN-Mitglieder haben hohe Erwartungen an Erhalt und Ausbau der Infrastruktur, denn die Logistik hat „Systemrelevanz“. Das Geld ist nicht das Problem. Es geht um die Umsetzung.


 

Für die Unternehmen der GVN-Fachvereinigung Omnibus und Touristik hat sich 2017 viel verändert. Die Landesregierung hat sich 2016 entschieden, die unternehmerische und damit auch wirtschaftliche Verantwortung im ÖPNV auf die Kommunen zu verlegen. Die negativen Folgen sind schon in diesem Jahr für viele Betriebe eingetreten. Zahlreiche Omnibusunternehmen haben dadurch ihre Existenz als Linienbusbetreiber verloren. Der inhabergeführte Mittelstand ist überwiegend der Verlierer gewesen, wenn die kommunalen Einrichtungen die wirtschaftliche Verantwortung an sich gezogen haben. Wenn etwa die SPD in ihrem Landeswahlprogramm ausdrücklich schreibt, dass die Preisgestaltung durch Unternehmen nicht schützenswert ist, ist der GVN entschieden dagegen. Staat vor Privat ist und bleibt die falsche Richtung.

 

Die Fachvereinigung Taxi und Mietwagen beschäftigten im vergangenen Jahr die Themenbereiche Web-basierte Dienstleistungen, Vorstöße zur Liberalisierung des PBefG sowie der Fiskaltaxameter und das praxisferne neue Eichrecht. Hintergrund ist, dass die bisherige behördliche Ersteichung von Taxametern und Wegstreckenzählern durch das neue privatrechtliche Konformitätsbewertungsverfahren ersetzt wird. Die GVN-Fachvereinigung Taxi und Mietwagen hat in vielen Gesprächen mit niedersächsischen Landtags- und Bundestagsabgeordneten für Verbesserung geworben. Das Problem ist, dass das neue Verfahren immer noch mehrere Wochen in Anspruch nimmt. Das ist für das Taxigewerbe völlig inakzeptabel. Mehr als 3-5 Werktage sind eine Zumutung. Fazit: Der Gesetzgeber hat ein praxisuntaugliches Gesetz geschaffen und setzt dieses auch noch beharrlich, praxisfern durch. Zu der fehlenden Rechtssicherheit kommt Planungsunsicherheit hinzu. Eine weitere „Baustelle“ ist die EU-Datenschutzgrundverordnung. Es ist zu erwarten, dass angesichts der im Taxi- und Mietwagengewerbe verarbeiteten sensiblen personenbezogenen Daten dieser Wirtschaftszweig in besonderer Weise betroffen sein wird.


Rechenschaftsberichte
Dipl.-Kfm. Jens von Mach (AUDITAX GmbH, Braunschweig) gab den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers. Seine Prüfung habe zu keinen Einwendungen geführt. Für die Rechnungsprüfer stellte Ute Frick fest, dass es keine Beanstandungen gegeben habe und im Sinne aller Mitglieder gewirtschaftet wurde. Einen Überblick über die vorliegende Bilanz / Gewinn- und Verlustrechnung sowie den Haushaltsplan für 2018 erhielten die Delegierten durch den Finanzbericht von GVN-Vizepräsident Hubertus Kobernuß. Anschließend beantragte Ute Frick die Entlastung des Vorstandes und der Geschäftsführung. Nach Genehmigung des Geschäfts- und Prüfungsberichtes erteilten die Delegierten Vorstand und Geschäftsführung einstimmig die Entlastung. Abschließend wurde der Haushaltsplan 2018 einstimmig beschlossen.

 

Glückwünsche

GVN-Präsident Mathias Krage sprach Glückwünsche an drei seiner Kollegen aus, die sich neben ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit im GVN auch auf Bundesebene für die Belange der privaten Verkehrsunternehmer engagieren: Frank Schäfer (Vorstandsmitglied der GVN-Fachvereinigung Möbelspedition) wurde am 16.09.17 zum Präsidenten des Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) gewählt. Karl Hülsmann (Vorstandsvorsitzender der GVN-Fachvereinigung Omnibus und Touristik) ist seit 07.11.17 Präsident des Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo). Für Michael Müller (Vorstandsvorsitzender der GVN-Fachvereinigung Taxi und Mietwagen) begann am gleichen Tag eine weitere Amtszeit als Präsident des BZP Deutscher Taxi- und Mietwagenverband.

 

Niedersachsenabend ohne Krawattenzwang
Den Niedersachsenabend nutzte GVN-Präsident Mathias Krage, um sich bei den Fördermitgliedern und Sponsoren für die gute Zusammenarbeit und die Unterstützung des GVN zu bedanken. Während der Veranstaltung gab es ausreichend Gelegenheit für den Meinungsaustausch in lockerer Atmosphäre unter Kollegen, den GVN-Jungunternehmerkreisen, aber auch mit Industrie- und Pressevertretern.

 

 

Unternehmertag

Der Erfahrungsaustausch vom Vorabend konnte auf dem GVN-Unternehmertag am 25.11.2017 fortgesetzt werden: Zahlreiche Fördermitglieder präsentierten sich mit ihrem Leistungsangebot und ihren Produkten in der Ausstellung.

 

 

Workshops

„Bundesfernstraßenmaut 2018“: Ab dem 01.07.2018 wird die Maut auf alle Bundesstraßen erweitert. Die Bundesregierung verfolgt damit das Ziel, die Finanzierung der Bundesstraßen zu verbessern und eine moderne, sichere und leistungsstarke Verkehrsinfrastruktur in Deutschland zu gewährleisten. In diesem Workshop erläuterte Martin Rickmann, Leiter Kommunikation, Toll Collect GmbH aus Berlin, den Teilnehmern alle Hintergründe und beantwortete weitere Fragen, die im Zusammenhang mit der Mauterweiterung stehen. (Foto 1)

 

„Trauma-Akut-Hilfe“: Traumatische Ereignisse (Unfälle, Gewalttaten, Überfälle oder andere Katastrophen) können für die Betroffenen nicht nur körperliche, sondern auch tiefgreifende seelische Verletzungen zur Folge haben. In diesem Workshop erfuhren die Teilnehmer das Wesentliche über die psychischen Prozesse sowie welche Interventionsmöglichkeiten es gibt, um Folgeerkrankungen deutlich zu reduzieren. Karin Clemens, Geschäftsführerin der HumanProtect Consulting GmbH (HPC) aus Köln erläuterte das Vorgehen. (Foto 2)

 

„Lügen mit Zahlen“: „Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.“ Dieses Bonmot hat jeder auf den Lippen – und zieht doch anschließend kluge Schlüsse aus vorliegenden Zahlen. Man kommt an Statistiken nicht vorbei und deshalb bot dieser Workshop einen wichtigen, aber auch amüsanten Blick in die Trickkiste der Zahlenkünstler. Der GVN hatte dafür den Bestseller-Autor Prof. Dr. Gerd Bosbach vom Rhein Ahr Campus Remagen der Hochschule Koblenz engagiert. Er führte den Teilnehmern die Praxis der interessengeleiteten Statistikerstellung und -auswertung mit humorvollen Berichten aus seinen Erfahrungen als Politikberater, aber auch als aufmerksamer Leser von Alltagsmeldungen, vor. (Foto 3)

 

„Arbeitsrecht inkl. BEM“: Hier befassten sich die Teilnehmer unter anderem mit Arbeitsrechtsfragen, speziell zum Thema Arbeitnehmer-überlassung. Aktuell und an vielen Praxisbeispielen verdeutlicht, wurde ein systematischer Überblick über die rechtlichen Aspekte einschließlich der neuesten Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts gegeben. Zudem erhielten die Teilnehmer ein Update zu weiteren neuen arbeitsrechtlichen Entwicklungen. Auf individuelle Fragen wurde von dem Richter am Bundesarbeitsgericht, Ralf Zimmermann, weit über die Zeit eingegangen wie auf einschlägige Streitfragen. Der Workshop griff abschließend das Thema „Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)“ und dessen Relevanz bei der krankheitsbedingten Kündigung auf. Birgit Probost, Geschäftsführerin PROfit® GESUNDHEITSMANAGEMENT aus Ronnenberg, zeigte, wie ein gutes Eingliederungsmanagement „präventiven Charakter“ hat. (Foto 4 und 5)

 

15.12.2017


GVN - Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen