Gesamtverband
Verkehrsgewerbe
Niedersachsen

Volles Brauhaus beim 12. Parlamentarischen Currywurstabend des GVN

Hannover (1. Juni 2026). Der 12. Parlamentarische Currywurstabend des Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) am 28. Mai 2026 im Brauhaus Ernst August war so gut besucht wie nie zuvor. Zahlreiche Gäste aus Politik und Verkehrsgewerbe nutzten den Abend für Austausch und Diskussionen über die aktuellen Herausforderungen der Branche. Zu den Gästen zählten u. a. Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne und zahlreiche Abgeordnete des Niedersächsischen Landtages, der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU in Niedersachsen sowie Vertreter der Kammern, des Wirtschaftsrates, der Gewerkschaften, des Bundesamtes für Logistik und Mobilität u.v.a.m.

GVN-Landesvorsitzender Heiner Koch betonte die Bedeutung des direkten Dialogs: „Zwischen Currywurst und guten Gesprächen entsteht genau das, was unsere Branche braucht: Nähe, gegenseitiges Verständnis und einen offenen Dialog.“

Im Mittelpunkt des Abends standen zentrale Themen des Verkehrsgewerbes – von fairen Wettbewerbsbedingungen über Bürokratieabbau bis hin zu Energie- und Standortkosten.

Stefan Weigand, Vorsitzender der Fachvereinigung Güterkraftverkehr und Entsorgung, forderte einheitliche und verhältnismäßige Kontrollen: „Es darf nicht sein, dass niedersächsische Betriebe härteren Maßstäben unterliegen als ausländische Transportunternehmen, die mit uns im europäischen Wettbewerb stehen.“

Maren Urban, Vorsitzende der Fachvereinigung Möbelspedition, sprach sich für mehr Sensibilisierung bei der Vergabe von Umzugsleistungen aus, während Gundula Hauenstein, Vorsitzende der Fachvereinigung Taxi und Mietwagen, erneut die Einführung eines einheitlichen Niedersächsischen Taxitarifs anmahnte.

Kritik an der geplanten Novelle des Niedersächsischen Tariftreue- und Vergabegesetzes übte Rainer Levelink, Vorsitzender der Fachvereinigung Omnibus und Touristik: „Der Zwang zur Personalübernahme und Einsicht in sensible Unterlagen gehen zu weit. Unser Appell an den Landtag: Stoppen Sie diese Vorlage.“

GVN-Hauptgeschäftsführer Benjamin Sokolovic kritisierte insbesondere die zusätzlichen Belastungen für die Branche durch steigende Kosten und nationale Sonderwege: „Die deutsche CO2-Doppelbelastung im Güterverkehr ist doppelt falsch, weil die Regierungen unserer Wettbewerber im Osten ihren Unternehmen eine solche Last nicht zumuten. Beenden Sie die hausgemachten Standortnachteile“, so Sokolovic in seinem Appell an den Minister. Zudem forderte er eine stärkere Entlastung des klimafreundlichen Nahverkehrs bei den Treibstoffkosten.

Wirtschafts- und Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne unterstrich die Bedeutung des engen Austauschs mit dem GVN: „Es ist wichtig, gerade in diesen herausfordernden Zeiten, einen so engen Dialog zum GVN zu halten. Ich weiß das sehr zu schätzen.“ Zudem kündigte er an, sich für einen hohen Mittelabfluss aus dem Bundesförderprogramm für Lkw-Ladeinfrastruktur nach Niedersachsen einzusetzen. Auch die Forderung nach bezahlbaren Führerscheinen im Flächenland Niedersachsen unterstützte der Minister ausdrücklich. Tonne betonte zudem: „Ihre Einwände zum Niedersächsischen Tariftreue- und Vergabegesetz nehmen wir sehr ernst. Wir haben eine Vereinbarung, dass es keine Angriffe auf den Tarifvertrag geben wird. Dieses Wort gilt.“ Zur Ungleichbehandlung von privaten und kommunalen Busunternehmen sagte der Minister, dass dieses Problem nur auf europäischer Ebene zu lösen sei.

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